Überblick

Die 20. Woche bringt Sie in die Mitte Ihrer Schwangerschaft und in die Mitte des zweiten Trimesters. Dies ist wohl die schönste Zeit der Schwangerschaft, denn die Anfangsschwierigkeiten sind überwunden und die Herausforderungen der Geburt liegen noch weit in der Zukunft. Sie können jetzt Reisepläne machen, sollten aber darauf achten in punkto Essen auf eigenen Beinen zu stehen. Fremdzubereitetes Essen kann unter Umständen zu Infektionen führen, die Ihnen und Ihrem Baby schaden könnten.
Außerdem können Sie Pläne für die Geburt machen, zum Beispiel in Bezug auf den Ort und die Art der Geburt. Sie sollten auch Vorkehrungen für eventuell eintretende, komplizierte Situationen treffen. Ein Geburtsplan gibt Ihnen ein sicheres Gefühl und verhilft Ihnen dazu, die Situation auf bei einem Notfall im Griff zu haben. Sie können lernen sich mithilfe von Atemübungen, Massagen, Yoga und leichten Übungen zu entspannen und Stress abzubauen. Wenn Sie es nicht schon getan haben, bietet sich jetzt die Gelegenheit für einen Test auf Abnormitäten und Defekte beim Baby. Sie können bereits die Ausrüstung zusammen stellen, die Sie für die Pflege des Babys nach der Geburt brauchen werden. Dadurch sind Sie auf die Geburt und die erste Phase danach gut vorbereitet.

 

Woche 20

Ihre Symptome: Kurzer Stichschmerz auf einer oder beiden Seiten, kommt vom Dehnen der Bänder und ist nichts, worüber man sich Gedanken machen müsste.
Entwicklung des Babys: Die Leben, Gedärme und Magen sind völlig von der Bauchhöhle umschlossen. Baby schluckt jetzt mehr Fruchtwasser und beginnt Mekonium zu produzieren.
Größe des Babys: 22 cm (Größe einer Banane), 190 g
Was zu tun ist: Überlegen Sie sich einen Namen.

Die Entwicklung des Babys

In den letzten vier Wochen ist das Baby ziemlich stark gewachsen und sein Gewicht hat sich nahezu vervierfacht. Es ist jetzt groß genug, um durch Bewegungen auf sich aufmerksam zu machen. Durch seine Aktivitäten erkennen Sie auch seinen Wach- und Schlafrhythmus. Das Baby wiegt jetzt etwa 300 Gramm und ist 25 bis 28 Zentimeter lang. Es vollführt die ersten Atemübungen, obwohl die Lungen noch nicht ausreichend entwickelt sind, um den Körper außerhalb des Mutterleibes mit Sauerstoff zu versorgen.
Der Körper ist mit feinen Härchen bedeckt und auch das Kopfhaar wächst. Die Ohren des Fötus sind voll ausgebildet. Somit kann er alle Geräusche im Bauch der Mutter wahrnehmen. Bei einem weiblichen Fötus beginnt jetzt die Entwicklung des eigenen Uterus. Die anderen Organe und Strukturen sind komplett und von nun an wird das Baby einfach nur wachsen.
Das Baby ist mit der sogenannten Käseschmiere überzogen, welche seine Haut vor Infektionen schützt und die Geburt erleichtert. Außerdem produziert das Baby sogenanntes Kindspech, eine klebrige grüne Substanz aus abgestorbenen Zellen und Fruchtwasser sowie Exkrementen der Verdauung.

 

Veränderung Ihres Körpers

Während das Baby wächst, kann es vorkommen, dass manche Frauen Atemprobleme haben oder nicht mehr tief durchatmen können, da die Lunge von den anderen Organen zusammen gedrückt wird. Dies ist besonders ausgeprägt, wenn Sie von kleiner Statur sind. Dies ist kein ernsthaftes Problem, kann aber als unangenehm empfunden werden. Im letzten Monat der Schwangerschaft verschwindet dieser Effekt wieder, da sich der Uterus mit dem Baby in den Beckenraum bewegt und den Druck von den darüber liegenden Organen nimmt. Gegenwärtig befindet sich das obere Ende der Gebärmutter etwa in Höhe Ihres Bauchnabels und Sie haben etwa 3 bis 4 Kilogramm zugenommen. Ab jetzt werden Sie etwa 300 bis 500 Gramm pro Woche zunehmen. Sie sollten Ihre Gewichtszunahme regelmäßig vom Arzt beobachten lassen, um zu sehen, ob Anpassungen nötig sind. Viele Frauen werde jetzt Dehnungsstreifen am Bauch wahrnehmen, da die Bauchmuskeln immer weiter gedehnt werden.
Normale Veränderungen des Körpers in dieser Zeit sind: Häufiges Urinieren, Verstopfung, Verdauungsstörungen und Sodbrennen. Allerdings sollten derartige Symptome eher schwach sein und erst später deutlicher zu Tage treten. Juckreiz ist relativ häufig und ist auf trockene Haut zurück zu führen, welche wiederum von Dehydrierung herrührt. Es ist wichtig, dass Sie ausreichend Wasser trinken, selbst wenn Sie sich schwer und aufgebläht fühlen. Andere Gründe können zum Beispiel Leber-Abnormitäten, Reaktionen auf bestimmte Vitamine oder häufig vorkommende Hefepilz-Infektionen sein. Sollte der Juckreiz auf eine Veränderung Ihres pH-Wertes zurück gehen, können Sie kalte Kompressen auf die betroffene Hautpartie legen oder eine Paste aus Backpulver und Wasser auftragen. Pilzinfektionen lassen sich am besten durch eine gute Hygiene verhindern.

 

 Was ist zu erwarten

Sie sind in guter Verfassung und fühlen sich physisch und mental fit. Setzen Sie Ihre gesunde Ernährung fort und bewegen Sie sich ausreichend. Achten Sie auf die wichtigen Nährstoffe in Ihrer Ernährung. Besonders wichtig ist Eisen für die Vergrößerung des Blutvolumens und die Kompensierung des Blutverlusts während der Geburt. Gute Eisenquellen sind: Eier, Hühnchen, Trockenfrüchte, Weizenkeime, Haferschleim, Spinat und anderes Blattgemüse, Datteln, getrocknete Bohnen und andere dunkle Früchte und Gemüse. Außerdem können Sie Eisen als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.
Sollten Sie Atemschwierigkeiten oder Sodbrennen haben, können Sie Spaziergänge oder andere leichte körperliche Bewegungen unternehmen, um die Blutzirkulation zu stimulieren.
Da Sie vermutlich schon das Geschlecht des Babys kennen, können Sie sich Gedanken um einen Namen machen. Sie können sogar schon ein Kinderzimmer einrichten, da Sie später weniger Gelegenheit dazu haben werden.