Überblick

In dieser Zeit kann es zu Verdauungsproblemen kommen, da das Gewicht des Uterus deutlich zunimmt. Sie sollten sich daher ballaststoffreich ernähren: Früchte, Gemüse, Getreide, Vollkorn und Kleie. Trinken Sie viel Wasser, um Verstopfung und Austrocknung vorzubeugen, da diese Zustände auch zu einer Frühgeburt führen können. Sie können sich regelmäßig bewegen und zum Beispiel schwimmen oder spazieren gehen, um die Verdauung zu stimulieren. Sollte die Verstopfung zu stark werden, können Sie in Absprache mit Ihrem Arzt die Einnahme von Eisentabletten reduzieren. Abführmittel sind absolut zu vermeiden, da sie eine Frühgeburt herbeiführen können. Es ist möglich, dass Ihr Arzt Sie anweist, bestimmte Aktivitäten zu vermeiden oder vollständige Bettruhe einzuhalten. Informieren Sie sich über die Gründe.
Sie können eine Geburtshelferin engagieren, um Ihre Schwangerschaft zu erleichtern. Eine Geburtshelferin bietet physische, mentale und informationelle Unterstützung für werdende Mütter. Sie ist auch bei der Geburt anwesend. Außerdem können sie mithilfe von Massagen Schmerzen lindern und Atemtechniken sowie Wehen-Positionen vermitteln. Das Ziel einer Geburtshelferin ist der Mutter bei einer sicheren und positiven Geburtserfahrung behilflich zu sein.
Bei Arztbesuchen werden Sie gewogen, der Blutdruck wird gemessen, Glukose- und Urintests werden vorgenommen und die Position und Entwicklung des Fötus wird festgestellt.

 

Woche 29

Ihre Symptome: Die Schwangerschaft drückt auf die Venen, welche Blut zurück aus den Beinen und dem Rektum zum Herz führen. Dies führt zu Krampfadern und Hämorrhoiden. Ihr Bauch nimmt ebenfalls zu, was Druck auf die Rippen und Zwerchfell ausübt, was Kurzatmigkeit zur Folge haben kann.
Entwicklung des Babys: Das Hirn entwickelt sich sehr schnell. Drei von sechs Schichten der Großhirnrinde haben sich gebildet.
Größe des Babys: 36,6 cm, 875 g
Was zu tun ist: Wenn Sie einen Jungen haben, überlegen Sie sich, ob Sie ihn beschneiden wollen.

Die Entwicklung des Babys

Das Baby wächst jetzt kräftig, wiegt etwa 1200 Gramm und ist circa 37 Zentimeter lang. Der Kopf wächst und das Hirn entwickelt sich sehr schnell. Muskeln und Lunge reifen ebenfalls. Das Baby kann jetzt besser hören und tatsächliche Stimmen und Geräusche von körperinternen Geräuschen unterscheiden. Manche Experten sagen, dass der Herzschlag des Kindes zunimmt, wenn es die Mutter oder den Vater hört. Musik die jetzt spielen oder Geschichten die Sie vorlesen, werden nach der Geburt vom Baby erkannt werden. Das lässt sich daran erkennen, dass das Baby diesen bekannten Geräuschen besondere Aufmerksamkeit schenkt.
Das Baby ist jetzt nicht mehr so hyperaktiv. Allerdings hat es ein starkes Verlangen nach Nahrung und wird dafür sorgen, dass Sie fast ständig hungrig und müde sind. Es kann nun seine Augen öffnen und diese in Richtung einer hellen Lichtquelle ausrichten. Die Fingernägel wachsen und Fettpolster bilden sich unter der Haut, welche das Baby auf das Leben außerhalb der Gebärmutter vorbereiten. Der Fötus kann am Daumen saugen und ist in der Lage zu weinen.

 

Veränderungen Ihres Körpers

Die meisten Frauen haben bis zu diesem Zeitpunkt etwa fünf Kilogramm zugenommen. Bei manchen Frauen treten hormonelle Veränderungen ein, die zu Hautausschlägen und trockener, juckender Haut führen. Massagen können in solchen Fällen Abhilfe schaffen. Außerdem kann es zu Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und Lethargie kommen, welche hauptsächlich mit dem zusätzlichen Körpergewicht in Verbindung stehen.
Der Druck welchen das wachsende Baby auf den Körper ausübt, kann zu Ischias-Schmerzen führen. Sie können das Problem mildern, indem Sie Ihre Beine in warmem Wasser baden und die Lage der Füße beim Schlafen mithilfe von Kissen etwas erhöhen. Bei manchen Frauen können Krampfadern in den Beinen entstehen.
Bakterielle Vaginose und Pilzinfektionen können eine Frühgeburt auslösen und müssen durch saubere, locker sitzende Kleidung vermieden werden. Das Schlafen auf dem Rücken sollte ebenso vermieden werden. Schlafen Sie auf der linken Seite. Dadurch hat es das Baby bequemer und die Blutzirkulation ist verbessert.
Manche Frauen haben Atemschwierigkeiten, der Harndrang wird wieder häufiger, die Hauttemperatur steigt aufgrund der Körperwärme des Fötus. Schwellungen der Fußgelenke und des Gesichts können durch Wasser-Retention auftreten. Gelegentlich kommt es zu so genannten Braxton-Hicks Kontraktionen, welche den Körper auf die Geburt vorbereiten. Dehnungsstreifen können auf Bauch, Brüsten und Oberschenkeln in Erscheinung treten.

 

Was ist zu erwarten?

Da in dieser Phase viele Entwicklungen im Bauch stattfinden, sollten Sie für ausreichend Ruhe und eine gute Ernährung sorgen. Achten Sie auf die täglichen Rationen an Protein, Folsäure, Vitamin C, Eisen und Kalzium, sowie andere Nahrungsergänzungsmittel.
Lesen Sie Berichte über die Geburt und nutzen Sie die Erfahrung anderer Menschen, um sich auf die kommenden Wochen vorzubereiten. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Frauen im Rahmen eines Schwangerschaftskurses, kann Ihnen Informationen vermitteln und Sie in dem Wissen bestärken, dass Sie mit Ihren Problemen nicht allein dastehen.
Schauen Sie sich das Krankenhaus an, in dem Sie Ihr Baby zur Welt bringen wollen.
Das Wissen um die verschiedenen Phasen der Wehen, kann Sie auf diese vorbereiten. Achten Sie auf Ihre Position beim Sitzen, Gehen und Schlafen. Damit können Sie Rückenschmerzen und Krämpfen vorbeugen. Versuchen Sie Ihre Beine beim Schlafen mit Kissen zu stützen.
Sollten Sie nur wenige Blutplättchen haben, ist es wichtig gesund und abwechslungsreich zu essen. Blutplättchen kommt eine wichtige Rolle in der Vermeidung von Gerinnseln und bei der Abwehr von Infektionen zu. Blutplättchen-Transfusionen sind möglich, aber in den meisten Fällen unnötig.
Nach der 29. Woche wird Ihr Arzt in Abhängigkeit Ihres Zustandes und der Entwicklung des Fötus möglicherweise wöchentliche statt monatliche Termine ansetzen. In den späteren Wochen der Schwangerschaft wird eine Untersuchung des Muttermundes vorgenommen, um dessen Öffnung festzustellen. Ihr Arzt wird Sie auch hinsichtlich der Braxton-Hicks Kontraktionen befragen und mit Ihnen über den Ablauf der Wehen und der Geburt sprechen.