Überblick

Sie habe nun endlich das Ende des Schwangerschaftszyklus erreicht und das dritte Trimester abgeschlossen. In Wirklichkeit bringen nur sehr wenige Frauen ihre Babys am Entbindungstermin zur Welt. Geschieht die Geburt zwischen der 38. und 42. Woche, gilt das Baby als ausgetragen. Die durchschnittliche Länge einer Schwangerschaft beträgt 40 Wochen oder 280 Tage, gerechnet ab dem ersten Tag der letzten regulären Menstruation. Die Berechnung des Entbindungstermins ist ziemlich einfach. Wenn Sie den ersten Tag der letzten Menstruation kennen, müssen Sie zu diesem Datum nur 9 Monate und 7 Tage addieren. Etwa 80 Prozent aller Frauen tragen Ihr Baby aus. Zwanzig Prozent der Schwangeren bringen ihre Babys außerhalb der regulären Parameter zur Welt. Etwa 8 Prozent aller Frauen gebären ihre Babys vor der 42. Woche; ebenfalls 8 Prozent danach. Eine Frühgeburt kommt zustande, wenn die Wehen früher als geplant eintreten. Dafür können mehrere Gründe existieren, unter anderem: Zwillingsgeburt, Abnormitäten des Uterus, Probleme der Plazenta, hoher Blutdruck, Tabakgenuss, Diabetes, Nierenprobleme, hohes Fieber, Infektionen, Erkrankungen der Schilddrüsen.
Eine Geburt nach dem Entbindungstermin birgt keine Gesundheitsrisiken. Allerdings kann die Funktion der Plazenta weniger effektiv werden, da sie altert und den Fötus mit weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgen kann.

Die Entwicklung des Babys

Das Baby ist jetzt voll entwickelt und wiegt zwischen 2,7 und 3,7 Kilogramm. Seine Körperlange beträgt mehr als 50 Zentimeter. Die Finger- und Fußnägel sind ziemlich lang und müssen nach der Geburt geschnitten werden. Die Haut auf Händen und Beinen kann schuppig werden. In manchen Fällen produziert die Plazenta kein Fruchtwasser mehr. In solchen Fällen wird Ihr Arzt mit Ihnen sicher über Methoden zur Einleitung der Wehen sprechen, um Sie auf deren Anwendung vorzubereiten, sollte dies notwendig werden.
Das Baby kann mittlerweile sehr groß sein und Kopf möglicherweise zu groß, um durch den Geburtskanal zu passen. Der Arzt kann eine Vakuumpumpe benutzen, um das Baby heraus zu ziehen. Dies kann allerdings zu Prellungen am Kopf des Babys führen. Somit wird diese Methode nicht vorgezogen. Der Arzt kann sie jedoch anwenden, falls sich der Herzschlag des Babys plötzlich verlangsamt, seine Situation anderweitig ernst wird oder Sie zu lange gepresst haben und sich der Damm nicht mehr ausdehnt.
Nach der 42. Woche kann die Funktion der Plazenta weniger effektiv werden, da sie altert und den Fötus mit weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgen kann. Dies kann zum Tod des Fötus führen. Auch aus diesem Grund müssen solche Schwangerschaften besonders gut beobachtet werden.
Sollte der Fötus überleben, ist seine Haut oft sehr faltig, seine Finger- und Fußnägel sehr lang und seine Behaarung recht stark. Manche spätgeborenen Babys scheiden Kot ins Fruchtwasser aus. Sollte dieser Substanz in die Lungen geraten, kann dies zu einer Lungenentzündung führen.

 

Veränderungen in Ihrem Körper

Sie und das Baby sind jetzt bereit für die Geburt und die Wehen können jederzeit einsetzen. Die Zeit des Wartens wird Ihnen jetzt wahrscheinlich sehr lang vorkommen und nach der 42 Woche sind Sie auch offiziell überfällig. Fallen alle gesundheitlichen Tests positiv aus und die Plazenta arbeitet weiterhin normal, wird Ihr Arzt vermutlich noch warten wollen, bevor er die Wehen künstlich herbei führt, um einer natürlichen Geburt den Vorrang zu lassen.
Nach der 42 Woche kann sich die Funktionsweise der Plazenta verschlechtern und damit Sie und Ihr Baby zum Problem werden. Daher wird eine künstliche Einleitung der Wehen zu dieser Zeit nicht mehr umgehbar sein, besonders wenn noch andere Probleme auftauchen und der Entbindungstermin weit überschritten ist.
Zu dieser Zeit gibt es keine nennenswerten Veränderungen mehr im Körper der Mutter oder des Babys. Der Fötus ist voll ausgebildet, hat ausreichend Gewicht aufgebaut und ist bereit für die Geburt.
Jetzt können die wirklichen Wehen einsetzen in dem sich der Muttermund aufweitet und rhythmische Kontraktionen auftreten, die an Intensität gewinnen. Nun ist es Zeit ins Krankenhaus zu fahren.

 

Was ist zu erwarten?

Am Ende der 42. Woche gilt das Baby als ausgetragen. Ihr Arzt wird Sie nun zu regelmäßigen Untersuchungen bitten, um sicher zu gehen, dass die Plazenta noch ihren Dienst verrichtet.
Es ist selten, dass einer Schwangerschaft gestattet wird, sich über die 42. Woche hinaus zu erstrecken. Hat die Geburt bisher nicht stattgefunden, werden jetzt bestimmte Substanzen verwendet, um den Muttermund aufzuweiten und danach die Wehen künstlich einzuleiten.
Ist der Muttermund nicht ausreichend geweitet, ist eine vaginale Geburt weniger Erfolg versprechend. Allerdings gibt es eine Reihe von Methoden die Weitung des Muttermundes voran zu bringen: Kräuter, Öl, heiße Bäder, Darmspülungen, Akupunktur, Akupressur, die Stimulierung bestimmter Nerven, sowie mechanische und chirurgisch Methoden.
Sie können jetzt weniger essen. Vermutlich werden Sie sowieso keinen großen Appetit haben. Achten Sie aber weiterhin auf eine gesunde Ernährung.
Versuchen Sie die letzten Tage der Schwangerschaft zu genießen und nutzen Sie die Zeit für die Vorbereitung der Geburt und der Zeit unmittelbar danach. Packen Sie eine Tasche mit allen nötigen Utensilien.
Machen Sie Entspannungsübungen, die Sie im Schwangerschaftskurs gelernt haben. Besonders wichtig sind Atemübungen, welche Ihnen dabei helfen ruhig zu bleiben und Ängste zu überwinden. Wenn Sie mental für die bevorstehende Geburt bereit sind, ist die Hälfte schon überstanden.