Ein Kind auf die Welt zu bringen das aufregende Ende der neun Monatigen Schwangerschaft und der Anfang, der noch aufregenderen Elternschaft, daher erscheint es nur natürlich, dass Sie wollen, dass es Perfekt wird. Jedoch kann die Geburt ziemlich unvorhersehbar sein, und es ist wichtig sich klarzumachen, dass es vielleicht unmöglich ist, dass es so perfekt wird, wie Sie vielleicht wollen. Zum Beispiel schreiben Sie vielleicht in Ihren Geburtsplan, dass Sie eine natürliche, vaginale Geburt wollen, und das Bekommen Sie vielleicht auch. Aber wenn Ihr Baby in Gefahr ist, wird Ihr Arzt vielleicht gezwungen sein, einen Kaiserschnitt vorzunehmen, um das Baby so schnell wie möglich heraus zu bekommen und sie beide in Sicherheit zu bringen. Ärzte müssen jahrelang studieren und trainieren, um Babys so sicher wie möglich auf die Welt zu bringen und ihre medizinische Expertise und Empfehlungen sollten definitiv in Betracht gezogen werden, selbst wenn es Ihrem Geburtsplan widerspricht. Daher ist es wichtig sich wohl zu fühlen mit Ihrem Arzt und seinem oder ihrem Urteilsvermögen zu vertrauen.

Jedoch kann ein Geburtsplan ein sehr effektives Werkzeug sein, um Ihren speziellen Tag in die richtigen Bahnen zu lenken. Viele Frauen fühlen sich ruhiger und entspannter bei dem Prozess, wenn sie eine Idee davon haben, wie sich die Dinge entwickeln werden.

Aspekte der Geburt über die Sie einiges an Kontrolle haben, allerdings werden Sie Ihre Wünsche Ihrer Familie und Ihren Freunden mitteilen müssen.

● Wer wird auf Ihre anderen Kinder aufpassen (wenn Sie welche haben)?
● Was müssen/wollen Sie mit in Krankenhaus bringen?
● An welchem Punkt werden Sie in Krankenhaus gehen? Wollen Sie so schnell wie möglich dorthin, oder wollen Sie die Wehen noch eine Zeit zu Hause ausstehen? Hat Ihr Arzt spezielle Anweisungen gegeben (zB Wehen alle 5 Minuten für mindestens eine Stunde) wann Sie gehen sollen? Gibt es eine Nummer, die Sie rund um die Uhr anrufen können, wenn Sie unsicher sind?
● Wen möchten Sie davor und während der Geburt im Zimmer haben? (Manche Krankenhäuser limitieren die Anzahl der Personen.)
● Wollen Sie, dass Familie und Freunde im Wartezimmer bleiben, wenn Sie in den Wehen Liegen, und wollen Sie, dass sie zu Hause bleiben?
● Ist es okay für Sie, direkt nach der Geburt Besucher zu empfangen oder wollen Sie lieber etwas Zeit alleine für sich, das Baby und Ihren Partner haben?
● Wollen Sie, dass jemand die Geburt aufnimmt? Und wenn ja, worauf soll die Kamera fokussiert werden?
● Ist es okay für Sie, wenn Krankenschwestern oder Ärzte in der Ausbildung dabei sind?
● Haben Sie spezielle Musik oder eine spezielle DVD die Sie während der Geburt abspielen wollen?
● Wollen Sie das Baby nach der Geburt stillen oder die Flasche geben? Wollen Sie, dass das Baby über Nacht bei Ihnen bleibt, oder wollen Sie, dass es im Säuglingssaal bleibt?

Die folgenden Dinge sollten unverbindlich geplant werden:
● Wollen Sie Schmerzmittel? Epiduralanästhesie? Nur Paracetamol?
● Wenn Sie keine Schmerzmittel wollen, wie wollen Sie mit dem Schmerz umgehen? Herumlaufen? Verschiedene Positionen? Dusche oder Badewanne? Atem- und Entspannungstechniken. Wenn Sie es so machen wollen, wäre ein Kurs zur natürlichen Geburt anzuraten.
● Wer soll die Nabelschnur durchtrennen?
● Wollen Sie, dass Ihnen jemand das Geschlecht des Babys sagt? Oder wollen Sie es selber überprüfen?
● Wollen Sie das Baby sofort halten, oder wollen Sie, dass es erst sauber gemacht wird?

Es ist wichtig zu bedenken, dass Sie unter Umständen Ihre Meinung zu Schmerzmitteln ändern im Verlauf der Geburt und das ist okay. Wenn die Gesundheit oder Sicherheit des Babys in Gefahr ist, ist es wahrscheinlich, dass es erst stabilisiert und behandelt wird, bevor Sie es halten dürfen.
Daher ist es wichtig flexibel zu sein, wenn Sie diese Pläne machen.

Medizinische Präferenzen können in Ihren Plan mit aufgenommen werden, oder Sie überlassen diese Ihrem Arzt:
● Sind Sie mit einem Dammschnitt einverstanden, wenn Ihr Arzt es empfiehlt?
● Sind Sie mit einer unterstützen Geburt einverstanden (zB Zange)?
● Sind Sie damit einverstanden, Medikamente zu nehmen oder Fruchtwasser abzulassen, um die Geburt zu beschleunigen?
● Wollen Sie konstant an Monitore angeschlossen werden, die Ihre Kontraktionen und den Herzschlag des Babys messen, oder wollen Sie lieber rumlaufen können? (Wenn Sie eine Epiduralanästhesie bekommen, werden Sie vermutlich im Bett bleiben müssen.)
● Finden Sie heraus, wie Ihr Arzt zur künstlichen Schwangerschaftseinleitung steht. Manche Ärzte erlauben dies schon in der 38. Woche, wenn Sie ungeduldig sind, andere wollen, dass Sie bis zur 40. oder 41. Woche warten, außer es gibt medizinische Gründe, um schneller zu gebären (zB Präeklampsie, Fötalstress, oder Restriktionen des intrauterinen Wachstums). Viele Ärzte leiten die Geburt auch ein, wenn die Geburt nicht von selbst in der 41. oder 42. Woche begonnen hat. Dies geschieht aus verschiedenen Gründen: Es ist wahrscheinlicher, dass das Baby seinen ersten eigenen Stuhlgang vor der Geburt hat, was zu Atemproblemen führen kann, da er/sie es vermutlich durch das Fruchtwasser einatmen wird. Die Plazenta fängt an sich zu verschlechtern, was bedeutet, dass die Nährstoffversorgung des Babys geringer wird. Die Menge an Fruchtwasser kann abnehmen. Ein spät geborenes Baby ist oft auch größer als der Durchschnitt, was das Risiko erhöht, bei einer vaginalen Geburt stecken zu bleiben. Was eine unterstützte Geburt, einen Kaiserschnitt oder das Brechen von Knochen (normalerweise des Schlüsselbeins) notwendig machen kann.

Einen Plan zu haben und zu wissen, was einem auf dem Weg erwarten wird, kann sehr dabei helfen, dass Sie sich selbstsicherer und entspannter fühlen, wenn Sie Ihr Baby auf die Welt bringen. Jedoch sollten Sie nicht so festgelegt sein, dass Sie am Boden zerstört sind, wenn es eine Abweichung von Ihrem Plan gibt, oder dass Sie auf etwas bestehen, was Ihr Baby in Gefahr bringt. Wenn Sie Ihren Plan machen, achten Sie am meisten auf die Aspekte, die kontrollieren können und seien Sie flexibel beim Rest!