Es gibt viele Arten der Pränataldiagnostik, und es ist wichtig zu wissen, was diese Untersuchungen beinhalten, was die Risiken sind (wenn es welche gibt), nach was bei der Untersuchung geschaut wird, und wie die Resultate des Tests Ihre medizinische Versorgung und Entscheidungen beeinflussen.

Die pränatal diagnostische Untersuchung ist üblicherweise ein Urin-Schwangerschaftstest, den man zu Hause durchführt. Dieser Test misst das Hormon hCG, welches der schwangere Körper herstellt. Die Anzahl dieses Hormons in Ihrem Blut und Urin erhöht sich ständig während des ersten Trimesters. Ein positives Ergebnis wird vermutlich dazu führen, dass Sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Bei Ihrem ersten pränatalen Termin werden in der Regel eine Reihe von Untersuchungen vorgenommen. Diese gelten alle als Routinetests, also werden Sie unter Umständen nicht gefragt werden, ob Sie diese wollen oder nicht, oder darüber informiert werden, was genau untersucht wird. Zögern Sie nicht Ihre Fragen zu stellen, wenn Sie welche haben.
● Quantitativer hCG Level. Bedeutet das Ergebnis, ist eine Zahl anstatt positiv oder negativ wie beim Heimtest. Ihr Arzt wird in der Lage sein, Ihnen zu sagen, wie die Schwangerschaft verläuft, abhängig von der Nummer in Relation dazu, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist.
● Ihr Rh-Faktor wird überprüft. Wenn es negativ ist, bekommen Sie Injektionen vor der Geburt um zu verhindern, dass Ihr Körper Antikörper produziert, die unter Umständen ein Rh positives Baby angreifen, wenn sich Ihr Blut vermischt.
● Ihr Röteln-immun-Status wird festgestellt. Röteln sind eine virale Infektion, die ziemlich harmlos ist, für die betroffene Person, aber wenn die Person schwanger ist, kann ernsthafte Geburtsfehler auslösen. Die meisten Menschen bekommen dagegen Impfungen als Kind heutzutage; es ist der Mumps-Masern-Röteln Impfung.
● Manche Ärzte werden auch nach HIV und anderen Geschlechtskrankheiten suchen. Wenn Sie HIV positiv sind, wird Ihre Schwangerschaft anders behandelt werden. Man wird Ihnen empfehlen Anti-Retroviren Medikamente einzunehmen, um das Risiko der Übertragung der Krankheit auf das Kind während der Schwangerschaft zu vermindern. Ein Kaiserschnitt wird angesetzt werden, damit die Übertragung nicht während der Geburt geschieht. Man wird Sie auch raten nicht zu stillen, um das Risiko der Übertragung nach der Geburt zu vermindern. Bei den meisten ist dies ein optionaler Test; jedoch haben die Ergebnisse einen großen Einfluss auf die Pflege während der Schwangerschaft, daher ist es wichtig darauf getestet zu werden, wenn die Chance besteht.
● Urinuntersuchung: Manche Ärzte tun dies bei jedem Besuch, während andere Ärzte es am Anfang machen und dann nicht mehr bis zum dritten Trimester. Es ist ein einfacher Test, der zeigen kann, ob eine Blasen- oder Niereninfektion vorliegt, ob Protein im Urin ist, welches ein Symptom von Präeklampsie ist, besonders wenn es mit hohem Blutdruck und Wassersucht einhergeht, und ob Glukose im Urin ist, was ein mögliches Anzeichen für Schwangerschaftsdiabetes ist.
● Vaginaluntersuchung: Ihr Arzt wird vermutlich den Gebärmutterhals und den Uterus auf Weichheit und Größe untersuchen. Wenn Sie einen PAP-Abstrich bekommen sollen, wird er es auch gleichmachen. Es ist auch üblich auf Geschlechtskrankheiten wie HPV, Gonorrhö und Chlamydien zu testen, damit man diese wenn vorhanden behandeln kann.

Untersuchungen im ersten Trimester werden immer häufiger aber sind eigentlich optional. Es werden Bilder gemacht, und Laboruntersuchungen vorgenommen um Babys, die ein hohes Risiko aufweisen am Down Syndrom (Trisomie 21) und Trisomie 18 zu erkranken. Die Bilder sind einfach ein Hightech Ultraschall, welches man Nackentransluzenz nennt, und bei dem die Dicke und die Flüssigkeit um den Nacken des Babys gemessen wird. Höhere Flüssigkeitsmengen werden mit chromosomalen Defekten assoziiert. Bei den Laboruntersuchungen wird nach dem Hormon hCG und einem anderen Hormon namens PAPP-A gesucht; abnormal hohe oder niedrige Werte deuten ebenfalls auf chromosomale Defekte. Diese zwei Faktoren in Kombination mit dem Alter der Frau werden verwendet, um das Gesamtrisiko festzustellen. Jedoch bestimmen sie nicht, ob das Baby wirklich daran leidet, sondern geben eine Wahrscheinlichkeit an. Eine Wahrscheinlichkeit von 1/100 bis ⅓00 gilt als positiver Test, was unter Umständen zu humangenetischer Beratung führen kann, oder zu mehr invasiven und diagnostischen Untersuchungen. Wenn weitere Tests bestimmen, dass das Baby tatsächlich einen chromosomalen Defekt aufweist, sind die Möglichkeiten sich auf ein Baby mit besonderen Bedürfnissen einzustellen oder die Schwangerschaft abzubrechen. Manche werdenden Mütter umgehen die Untersuchungen im ersten Trimester, wenn sie wissen, sie würden die Schwangerschaft sowieso nicht abbrechen. Andere wollen so vorbereitet wie möglich sein. Wenn Sie denken, Sie würden unter Umständen eine Schwangerschaft abbrechen, wenn das Baby an einem chromosomalen Defekt leidet, dann ist es eine gute Idee sich untersuchen zu lassen, um dies früher zu tun. Diese Untersuchungen werden normalerweise zwischen der 11. und 13. Woche unternommen.

Die Vierfach-Untersuchung ist ein Bluttest, bei dem der Hormonlevel im zweiten trimester bestimmt wird (16. bis 18. Woche): hCG welches von der Plazenta produziert wird, AFP welches vom Fötus produziert wird, Östriol, welches Östrogen ist, dass von der Plazenta und dem Baby produziert wird, und Inhibin A, welches ein Protein ist, welches von den Eierstöcken und der Plazenta produziert wird. Hohe Mengen AFP deuten auf ein Neuralrohrdefekt oder Spina bifida hin. Niedrige Mengen AFP kombiniert mit abnormalen Mengen an hCG und Östriol könnten darauf hindeuten, dass das Baby am Down Syndrom, Trisomie 18, oder einer anderen Erbkrankheit leidet. Wir im ersten Trimester ist diese Untersuchung keine Diagnose, es hilft nur festzustellen, ob das Baby ein höhere Risiko hat, an diesen Krankheiten zu leiden, damit – wenn gewünscht – weitere Tests gemacht werden können.

Anatomie-Ultraschall-Untersuchungen sind ebenfalls gängig im zweiten Trimester (18-22 Wochen). Der Grund dafür ist, sich jedes Organ im Detail anzuschauen und Probleme zu identifizieren, die vielleicht eine sofortige Intervention erfordern. Die 20. Woche ist die perfekte Zeit dafür, da die Organe größtenteils entwickelt sind, aber das Baby ist noch nicht so eingeengt, und seine oder ihre Haut ist noch dünn und transparent. Viele Paare lassen sich in dieser Phase auch das Geschlecht des Babys mitteilen.

Ein Glukosetoleranztest wird in den Wochen 24-28 vorgenommen und beinhaltet das Trinken eines stark zuckerhaltigen Getränks und dem anschließenden Messen des Blutzuckerniveaus eine Stunde später. Wenn der Glukoselevel normal ist, sind Sie okay. Wenn er hoch ist, aber Sie vielleicht Schwangerschaftsdiabetes, aber nicht unbedingt. Sie werden dann einen dreistündigen Glukosetest machen, bei dem Sie über Nacht fasten, dann einen Bluttest gemacht bekommen, ein zuckerhaltiges Getränk zu sich nehmen und dann wieder getestet werden, eine – zwei und drei Stunden danach, um festzustellen, wie gut Ihr Körper mit dem Zucker umgeht. Wenn Sie an Schwangerschaftsdiabetes leiden, müssen Sie vermutlich Ihre Ernährung ändern, überprüfen Sie Ihren Blutzuckerlevel zu Hause, oder nehmen Sie Medikamente. Ihren Blutzucker unter Kontrolle zu halten ist wichtig für das Wachstum des Babys und seine Entwicklung.

Gruppe B Streptokokken Untersuchung: Dies sind Bakterien, die häufig in der Vagina vorkommen. Sie sind harmlos für Frauen aber es kann bei der Geburt auf das Baby übertragen werden und eine schwere Infektion auslösen. Daher bekommen Frauen, die positiv getestet werden, Antibiotika während der Geburt um die Übertragung zu verhindern. Der Test ist ein simpler Abstrich im vaginalen und rektalen Bereich und wird um die 36. Woche gemacht.

Es ist wichtig zu wissen, welche Tests gemacht werden und warum, damit Sie eine informierte Entscheidung treffen können. Wenn Sie irgendwelche Fragen zu den Tests oder den Resultaten haben, zögern Sie nicht zu fragen!